Konstanz für Flüchtlinge

Das Flüchtlingsprojekt „Psychische Gesundheit und Integration gemeinsam mit Geflüchteten stärken“ des Vereins vivo international e.V. und der Universität Konstanz hat es in die vorletzte Auswahlrunde des Deutschen Integrationspreises 2017 geschafft. Ziel dieses Modellprojektes ist, die Integration von Geflüchteten mit psychischen Problemen in die psychotherapeutische Regelversorgung zu fördern.

 

Von mehr als 300 Projekten, die sich für den Deutschen Integrationspreis der Hertie-Stiftung beworben haben, sind nach mehreren Ausscheidungsrunden derzeit noch 30 im Rennen. Auch dem gemeinnützigen Verein vivo international e.V. mit Sitz in Allensbach ist es gelungen, sich mit seiner Projektidee zu behaupten; so konnten die Wissenschaftler und Psychologen des Vereins mehr als 20.000 Euro Startkapital bei einem Crowdfunding-Wettbewerb im Internet für ihre Projektidee einsammeln. Derzeit wird das Projekt in einer Modellphase im Landkreis Konstanz implementiert. 

 

„Mithilfe dieses Projektes werden Integrationshemmnisse abgebaut. So können die Patienten schneller und besser in unsere Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt integriert werden“, lobt Landrat Frank Hämmerle die Initiatoren des Projektes.

 

Das Modellprojekt von vivo international e.V. in Kürze:

Das Problem:
30-50 Prozent der Geflüchteten sind psychisch schwer belastet, z.B. traumatisiert, was ihre Integration erheblich erschwert; z.B. lernen traumatisierte Asylbewerber erwiesenermaßen schwerer die Sprache des Gastlandes. Zwar existieren wirksame therapeutische Hilfsmöglichkeiten, aber es gibt für die Betroffenen Zugangshindernisse zur psychotherapeutischen Versorgung. Zudem existieren interkulturelle Barrieren und Wissensdefizite, so dass Hilfsmöglichkeiten nicht voll genutzt werden.

 

Der Lösungsvorschlag:
Das Modellprojekt im Landkreis Konstanz zeigt, wie die Integration von Geflüchteten in die psychotherapeutische Regelversorgung gelingen kann

  1. In Kooperation mit dem lokalen Netzwerk wird zentral eine Koordinierungsstelle eingerichtet.
  2. Psychisch gesunde Menschen aus den gleichen Herkunftsregionen werden zu Gesundheitspaten ausgebildet, die belastete Flüchtlinge aufsuchen, informieren, begleiten und Krisen erkennen.
  3. Therapeuten werden administrativ unterstützt und geschult.
  4. Sprachmittler werden ausgebildet und Termine zentral vergeben. Ein interdisziplinäres Forscherteam (Uni Konstanz) begleitet und evaluiert das Projekt.
     

Eine renommierte Jury evaluiert derzeit im Auftrag der Hertie-Stiftung die 30 Modellprojekte in ganz Deutschland. Im September besucht die Jury die Projekte, die in die engere Auswahl kommen, und begutachtet ihre Arbeit vor Ort. Acht Projekte werden in die letzte Auswahlrunde kommen. Die Endausscheidung und Auslobung der bis zu drei Siegerprojekte findet am 26. Oktober 2017 in Frankfurt statt. Hierzu werden die acht Projekte der letzten Runde live ihre Projektidee darstellen können; anschließend findet die Endausscheidung statt.

 

Der Vorstand des Vereins vivo international e.V., Dr. Michael Odenwald, Psychologe an der Universität Konstanz, ist zuversichtlich: „Unser Projekt ist das einzige, das sich mit Gesundheitsproblemen der Geflüchteten befasst. Wir zeigen, dass eine bessere Integration in das lokale Gesundheitssystem möglich ist. Außerdem bietet unser Ansatz enorme Potenziale an, wie generell die Gesundheitsversorgung der vielen Geflüchteten in Zukunft verbessert werden kann.“

 

Der Verein ist seit vielen Jahren mit der Unterstützung von psychisch belasteten Menschen in weltweiten Kriegs- und Krisenregionen der Welt befasst und betreibt zusammen mit der Universität Konstanz seit 2003 das Kompetenzzentrum Psychotraumatologie.

 

Mehr Informationen im Internet:

www.vivo.org

www.ghst.de/deutscher-integrationspreis/

„FÜR eine Kultur der Anerkennung und GEGEN Rassismus“

Die Konstanzer Erklärung

Weitere Informationen

Stadt Konstanz

Flüchtlingsbeauftragter

Moustapha Diop

Untere Laube 24

78462 Konstanz

Telefon: 07531 / 900-540

Email: moustapha.diop@konstanz.de

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