Konstanz für Flüchtlinge
83 integriert hat sein Ziel erreicht

Die Konstanzer Integrationskampagne »83 - Konstanz integriert« hat ihre Ziele erreicht und steckt sich neue: Mit Unterstützung der Stadt wird das Team weiterhin privaten Wohnraum an geflüchtete Menschen vermitteln.

 

Die Stadt finanziert für den Zeitraum eines Jahres eine Stelle in der Vermittlung. Schirmherr Oberbürgermeister Uli Burchardt sagt: »Ich freue mich sehr darüber, dass die Initiatoren die Zeit und Energie aufbringen, weiterzumachen - eine tolle Aktion!«

 

Vor eineinhalb Jahren waren die Initianten Till Hastreiter, Nicole Dillschnitter und Prof. Andreas Bechtold mit einem hehren Ziel gestartet: Mindestens jeden tausendsten Einwohner von Konstanz wollten sie mit ihrer Kampagne dazu motivieren, Wohnraum für geflüchtete Menschen zur Verfügung zu stellen. Ein kleines Team sollte Mieter und Vermieter zusammenführen und ihnen zur Seite stehen. Genau das ist gelungen und heute gibt es 83 Beispiele gelebter Integration.

So wohnt die Familie Masamiro aus Syrien nun in Konstanz bei der Familie Wegener. Die Wegeners haben sich bewusst dafür entschieden, Geflüchtete in ihrer Mitte aufzunehmen. Auch im Kontext der Insel Mainau wurde eine neue Heimat geboten: Das syrisch-kurdische Ehepaar Hussein wohnt nun in einer Dachwohnung bei der Familie Holz. Die Kinder sind im Fußballverein und die Familien bauen zusammen Gemüse im Garten an. Bettina Gräfin Bernadotte, Geschäftsführerin der Mainau GmbH, unterstützt »83 - Konstanz integriert« von Anfang an und sagt heute: »Ich gratuliere zum Erreichen der 83. Ein wirklich gelungenes Projekt.«

»Witer gohts« mitten in der Gesellschaft

Dabei soll das erst der Anfang sein. Ab jetzt heißt es »Konstanz integriert - witer gohts«. Die Plakate der nächsten Kampagne sind gedruckt und werden dieser Tage in Konstanz aufgehängt. Darauf ist ein großes Danke an alle Unterstützer und vor allem Vermieter zu lesen und der Aufruf, sich weiterhin mit Wohnraum zu melden. Prof. Andreas Bechtold sagt: »Die Konstanzer selbst haben uns dazu ermutigt, weiterzumachen. Es gibt noch viele Räume, die für geflüchtete Menschen zu einer neuen Heimat werden können.« Und Nicole Dillschnitter ergänzt: »Das gemeinsame Wohnen hat sich im letzten Jahr als massiver Integrationsbeschleuniger erwiesen. Die meisten von uns vermittelten Menschen haben den Weg in die Gesellschaft gefunden, sie sprechen überdurchschnittlich gut deutsch und machen die nächsten Schritte in Ausbildung, Schule und Beruf. « Jeder Neukonstanzer, der sich hier schnell integriere, sei ein Gewinn für uns alle. Und genau deswegen macht das kleine Team laut Dillschnitter weiter. Unverändert mit voller Kraft.

Gesellschaftliche Unterstützung im Rücken

Neben der Stadt ermöglichen auch viele andere Unterstützer, dass es nun weitergeht. Beispielsweise stellt die Stiftung Integrationskultur aus Rottenburg am Neckar 15.000 Euro zur Verfügung. Die Flüchtlingsorganisation Café Mondial überlässt dem Vermittlungsteam von »83 - Konstanz integriert« in ihrem Gebäude einen Arbeitsraum. Hier können jeden Freitag von 9.30 - 12.30 Uhr potenzielle Mieter und Vermieter in der Sprechstunde mit dem Team Kontakt aufnehmen.

 

Konstanz wird zum Vorbild

Dass Konstanz durch seine Integrationskraft als positives Beispiel gilt, weiß nun übrigens ganz Deutschland: »83 - Konstanz integriert« hat im Dezember 2016 den 1. Platz des Deutschen Bürgerpreises in der Kategorie Helden des Alltags erhalten. Die Landesregierung in Stuttgart will zusammen mit dem deutschen Städtetag 2018 ein Wohnprojekt nach dem Vorbild der 83 für alle interessierten Kommunen in Baden Württemberg anbieten. Das Konstanzer Team ist bei diesen Plänen wichtiger Berater. Denn ein bloßes Kopieren wird nicht möglich sein - eine Stadt muss bereit sein für Integration. In Konstanz wurde hierfür tatsächlich der Schulterschluss gefunden: Neben Oberbürgermeister Uli Burchardt, Bürgermeister Dr. Andreas Osner, der Integrationsbeauftragten Elke Cybulla und dem Flüchtlingsbeauftragten Moustapha Diop stehen viele andere gesellschaftliche Kräfte hinter den Zielen. Darunter sind Vertreter der Konstanzer Hilfsorganisationen für Flüchtlinge, Vertreter der religiösen Gemeinschaften, der Vorsitzende der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände, des Landratsamtes und der Hochschulen.
Besonders wichtig ist auch die Unterstützung von Wirtschaftsvertretern wie Klinikleiterin Dagmar Schmieder, der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee sowie der Handwerkskammer. »Wir hoffen«, sagt Till Hastreiter, »dass das mit unsere Hilfe auch anderen Städten gelingen kann.«

„FÜR eine Kultur der Anerkennung und GEGEN Rassismus“

Die Konstanzer Erklärung

Weitere Informationen

Stadt Konstanz

Flüchtlingsbeauftragter

Moustapha Diop

Untere Laube 24

78462 Konstanz

Telefon: 07531 / 900-540

Email: moustapha.diop@konstanz.de

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