Konstanz für Flüchtlinge

Arbeit

Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit und die Möglichkeit, selbst für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen, sind wesentliche Grundvoraussetzungen für ein eigenständiges und selbstverantwortliches Leben. Dies gilt sowohl für die Aufnahmegesellschaft als auch für Zuwanderer. Nicht nur Arbeitsagenturen und Ausländerbehörden, sondern auch Arbeitgebern aus der freien Wirtschaft und dem öffentlichen Dienst kommen bei der Integration von Geflüchteten in den deutschen Arbeitsmarkt eine zentrale Rolle zu. Möglichkeiten einer Beschäftigung von Geflüchteten sind durch Praktika, Einstiegsqualifizierung, Ausbildungsverhältnis oder Direkteinstellung gegeben. Arbeitgeber können dabei mit zahlreichen Unterstützungsangeboten der Bundesagentur für Arbeit rechnen.

Eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit, die für Asylbewerber den Einstieg in den deutschen Arbeitsalltag bietet, ist die gemeinnützige Tätigkeit nach § 5 AsylbLG. Die von den Geflüchteten erfüllten Aufgaben werden mit 0,80 Cent pro Stunde vergütet und können bereits während der ersten Monate des Asylverfahrens ausgeübt werden.

Rahmenbedingungen / Rechtsrahmen

Bezüglich der Aufnahme von Arbeits- und Ausbildungsverhältnissen durch Geflüchtete gelten unterschiedliche gesetzliche Regelungen und Zuständigkeiten, die hauptsächlich vom zeitlichen Ablauf des Asylverfahrens einerseits und den Statuseigenschaften und Aufenthaltspapieren der Geflüchteten andererseits abhängen. Diese tabellarische Übersicht über die rechtlichen Rahmenbedingungen bietet eine Orientierungshilfe:

 

Während des Asylverfahrens

Status: AsylbewerberIn

Aufenthaltspapier: Aufenthaltsgestattung nach § 55 AsylVfG

Zuständigkeit: Bundesagentur für Arbeit und Landratsamt

erste drei Monate

Beschäftigung: generelles Arbeitsverbot

Ausbildung: schulische Ausbildung möglich

Praktika: bedürfen im Rahmen der schulischen Ausbildung keiner Zustimmung der BA. Vorschriften über Mindestlohn gelten hier nicht

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ab dem vierten Monat

Beschäftigung: möglich, aber

  • nur mit Erlaubnis der Ausländerbehörde
  • Die Vorrangprüfung entfällt bei Engpassberufen und wenn sich Asylbewerber oder Geduldete seit 15 Monaten in Deutschland aufhalten oder in Bezirken, in denen diese Prüfung abgelegt wurde. Generell entfällt die Vorrangprüfung bei Geflüchteten und Asylbewerbern für die nächsten drei Jahre. Für sonstige Drittstaatler bleibt sie erhalten (z.B. Westbalkanregelung).
  • Prüfung der Beschäftigungsbedingungen (Lohn und Arbeitszeit) durch Bundesagentur für Arbeit erforderlich

Ausbildung: alle Ausbildungen möglich ohne Zustimmung der BA (auch betriebliche)

Praktikum: Zustimmung der BA/Ausländerbehörde erforderlich. Anspruch auf gesetzlichen Mindestlohn

Achtung: generelles Arbeitsverbot gilt während des gesamten Aufenthalts in Landeserstaufnahmeeinrichtungen (auch noch nach drei Monaten) und für AsylbewerberInnen aus sicheren Herkunftsstaaten, die ihren Asylantrag nach dem 31.08.15 gestellt haben.

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ab dem 16. Monat

Beschäftigung: Beschäftigung ohne Vorrangprüfung möglich, aber

  • nur mit Erlaubnis der Ausländerbehörde
  • Prüfung der Beschäftigungsbedingungen (Lohn und Arbeitszeit) durch Bundesagentur für Arbeit erforderlich
  • Beschäftigung in Zeitarbeit möglich

Ausbildung: alle Ausbildungen möglich (auch betriebliche)

Praktikum: Zustimmung der BA/Ausländerbehörde erforderlich. Anspruch auf gesetzlichen Mindestlohn

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nach vier Jahren

Beschäftigung: ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (also ohne Vorrangprüfung und ohne Prüfung der Beschäftigungs-bedingungen) möglich

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Nach dem Entscheid über das Asylverfahren:

Nach Entscheid über Asylverfahren

 

Ansprechpartner im Landkreis und in der Stadt Konstanz

Arbeitsvermittler/Ausländerbeauftragter der Bundesagentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg

Michael Meschede
Konstanz-Ravensburg.543.Arbeitgeber-Service@arbeitsagentur.de

 

Migrations- und Ausländerbeauftragte des Jobcenters vom Landkreis Konstanz

Conny Graßhoff
Jobcenter-Landkreis-Konstanz.Migration@jobcenter-ge.de

 

Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee

Jan Vollmar
jan.vollmar@konstanz.ihk.de

 

 

Handwerkskammer Konstanz

Marina Mauch
marina.mauch@hwk-konstanz.de

 

Arbeiterwohlfahrt Konstanz

Zahide Sarikas (gemeinnützige Beschäftigung)
gebes@awo-konstanz.de

 

Antje Nesensohn (Projekt „Netzwerk Bleiben mit Arbeit“)
bleibeberechtigte-kn@awo-konstanz.de

 

Was tut die Stadt auf dem Gebiet?

Erste Erfahrungen in der Beschäftigung von Geflüchteten vor Ort haben u.a. die Technischen Betriebe Konstanz und die Konzil Gaststätte Konstanz. Auch die Abteilungen Wirtschaftsförderung und Hauptamt (Statistik und Steuerungsunterstützung) der Stadtverwaltung sind beispielsweise durch das Fachkräftemonitoring und die 5. Konstanzer Fachtagung zur Fachkräfteentwicklung im Jahr 2016 stärker mit dem Thema Integration von Geflüchteten und Migranten in den deutschen Arbeitsmarkt beschäftigt. Des Weiteren unterstützt die Stadt Konstanz im Rahmen einer Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Konstanz e.V. (Projekt gemeinnützige Beschäftigung – GeBes) die Vermittlung und Begleitung von freiwilligen Arbeitsangelegenheiten für AsylbewerberInnen in Konstanz und insbesondere in den städtischen Betriebe. Hierbei stellen viele städtische Einrichtungen Beschäftigungsstellen zur Verfügung: Stadtbücherei, Feuerwehr, Bodensee-Naturmuseum, Stadttheater, Wessenberg-Galerie, Sportamt, Sozialamt und Jugendamt, Spitalstiftung, EBK, Stadtwerke. Da die Stadt Konstanz in über 30 Ausbildungsberufen selbst ausbildet, gibt es Abschlussmöglichkeiten für Geflüchtete, die am GeBes-Projekt aktiv beteiligt waren. Zum Beispiel beabsichtigt die Ausbildungsabteilung des städtischen Personal- und Organisationsamtes im Jahr 2017 einen Flüchtling als Auszubildenden beim Stadttheater einzustellen.

Im Netzwerk Arbeit vom Landkreis Konstanz setzen sich der Flüchtlingsbeauftragter der Stadt Konstanz zusammen mit Kollegen/Kolleginnen und weiteren hauptamtlichen Akteuren von Stadt und Landkreis Konstanz sowie ehrenamtlichen Akteuren u.a. intensiv mit dem Stand und Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration von Migranten und Geflüchteten auseinander.

Die Kick-Off Veranstaltung „Arbeiten in Deutschland“ im Dezember 2016 ist ebenfalls das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Flüchtlingsbeauftragten mit der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg, dem Jobcenter Landkreis Konstanz, der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee sowie der Handwerkskammer Konstanz. Im Anschluss an diese Netzwerkveranstaltung wurde in der Stadt Konstanz die Arbeitsgruppe „Arbeiten in Deutschland“ gegründet worden, die im Laufe von 2017 Folgeveranstaltungen zu den Schwerpunkten Ausbildung, Angestelltenverhältnis und Selbstständigkeit durchführen wird.

 

Hilfreiche Informationen / Links

www.konstanz-fuer-fluechtlinge.de/Wissen/Veranstaltungen/Infoveranstaltung-Arbeiten-in-Deutschland/

www.arbeitsagentur.de/Unternehmen/Arbeitskraeftebedarf/Beschaeftigung/GefluechteteMenschen

www.save-me-konstanz.de/Arbeitsgruppen/Unterstuetzung-bei-der-Ausbildungs-und-Arbeitsplatzsuche/

www.statistik.konstanz.de

https://jobkraftwerk.com/

    „FÜR eine Kultur der Anerkennung und GEGEN Rassismus“

    Die Konstanzer Erklärung

    Weitere Informationen

    Stadt Konstanz

    Flüchtlingsbeauftragter

    Moustapha Diop

    Untere Laube 24

    78462 Konstanz

    Telefon: 07531 / 900-540

    Email: moustapha.diop@konstanz.de

    Öffnungszeiten

    Montag: 08:30 - 12:00
    14:00 - 16:00
    Dienstag:  08:30 - 12:00

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