Konstanz für Flüchtlinge

GemeinsamGarten

Das Projekt GemeinsamGarten will Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft auf eine besondere
Art zusammenbringen – durch gemeinsame Gartenarbeiten. Unter dem Motto “Miteinander ackern, zusammen genießen” bietet es Flüchtlingen neue soziale Kontakte, kulturellen Austausch auf Augenhöhe und vor allem eine sinnvolle, nachhaltige Beschäftigung.

Konkrete Angebote

  • Anlegen und Pflege eines Gartengrundstückes von Beeten, Anpflanzen von Obst und Gemüse, gemeinsames Ernten
  • Kontakt von Flüchtlingen mit Einheimischen, gemeinsam Freizeit im Garten verbringen
  • Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Wer steckt dahinter?

Eine Gruppe von Konstanzerinnen und Konstanzern gründete das Projekt GemeinsamGarten Anfang 2015. Das Gartengrundstück in Wollmatingen wurde vom Verein „Miteinander in Konstanz e.V.“ in Zusammenarbeit
mit dem BUND Konstanz zur Verfügung gestellt.

    Kontakt und weitere Informationen

    Weltreise im Gemüsebeet

    Lokales Handeln als Antwort auf eine globale Herausforderung? Die Konstanzer Initiative „GemeinsamGarten“ gibt sich ganz bescheiden als zartes Pflänzchen – aber eines mit großem Wachstumspotenzial.


    Antonia Merz, Barbara Singler und Daniel Ette aus Konstanz verbindet eine enge Freundschaft und ein Anliegen: „Urban Gardening“, zu Deutsch: die Nutzung von freien Flächen in der Stadt für den ökologischen Anbau von Obst und Gemüse. Als Anfang 2015 dann auch in Konstanz immer mehr Flüchtlinge ankommen, hatten sie eine Idee: gemeinsames Gärtnern mit Flüchtlingen als Samenkorn für gelingende Integration.

    Aber Erfahrung im Gärtnern? Null. Also suchen sich die Fundraiserin, die Politikstudentin und der Klimaschutzmanager Rat, nutzen die Konstanzer Ehrenamts-Netzwerke, werden dank des BUND Konstanz und des Vereins Miteinander in Konstanz e.V. auf den geplanten „Nachbarschaftsgarten Mühlenweg“ aufmerksam und treffen dort auf offene Gartentürchen – und Platz für drei Gemüsebeete.

    Und Kontakte zu Flüchtlingen? Keine. Also wenden sich die drei an die Integrationsbeauftragte Elke Cybulla und die Sozialarbeiterin Petra Knoblauch, die die Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft in der Steinstraße betreut. Dort stellen sie ihre Idee vor – und begeistern sofort eine gute Hand voll Menschen, die mitackern wollen. Auch unter den Konstanzerinnen und Konstanzern finden sich begeisterte Leute, die im Team gerne anpacken.

    Und zu ackern gibt es anfangs mehr als genug auf dem Brachland am Mühlenweg, Ecke Eichbühlstraße: einen Zaun aus gespendetem Holz hochziehen, den Boden mit gespendeten Harken umgraben, gespendete Setzlinge pflanzen und das Ganze bei einem Fest mit gespendetem Essen feiern. „Die Unterstützung von so vielen Bürgerinnen und Bürgern, Nachbarn und Institutionen hat uns echt überwältigt. Wir mussten keinen einzigen Samen selber kaufen“, berichtet Daniel Ette. Seitdem gießen, hegen und pflegen ein gutes Dutzend Konstanzerinnen und Konstanzer und ebenso viele Flüchtlinge Sonnenblumen, Tomaten und Kohl im „GemeinsamGarten“. Gegossen wird nach Plan. Ein wenig Deutsch muss es halt doch zugehen, damit nichts vertrocknet im heißen Sommer 2015.

    An einem Sonntagnachmittag im September ist Erntezeit. Fünf junge Syrer und Afghanen buddeln gemeinsam mit Einheimischen Kartoffeln aus. Unter ihnen ist Jalali, ein kräftiger Mann mir wettergegerbter Haut und ernstem Blick. Er kommt fast täglich und erzählt vom Gemüsegarten hinter seinem Haus in Afghanistan. Seine Familie ist immer noch dort. Zukunft ungewiss. Der Duft des Korianders, den er im Mühlenweg anbaut, erinnert ihn an Zuhause. Aber vor allem ist die Gartenarbeit sein Mittel gegen den Lagerkoller in der Gemeinschaftsunterkunft: „This looks like a small project, but it is very important for me and the others here“. Nach einer Stunde harter Gartenarbeit sitzen alle beisammen, müde aber glücklich über sechs Kilo wunderbar schief gewachsene Kartoffeln und schmieden in der Spätsommersonne schon Pläne für den Winter: Einen Schuppen wollen sie bauen. Und einen Sandkasten, damit im Frühjahr vielleicht auch die ersten Flüchtlingsfrauen und -kinder den Weg in den „GemeinsamGarten“ finden.

    „Das Projekt hat wirklich eine krasse Lernkurve für uns alle“, sagt Antonia. Schon immer ist sie gerne gereist, um neue Kulturen kennen zu lernen. „Jetzt mache ich meine Weltreisen hier im Gemüsebeet. Wir graben hier zusammen, reden viel über Religion, unsere Kulturen und unsere Einstellungen.“ Warum sie sich seit einem dreiviertel Jahr im „GemeinsamGarten“ engagiert? „Weil ich will, dass sich Geflüchtete hier wohl fühlen und Deutschland für seine Gastfreundschaft berühmt ist!“ Daniel Ette gibt sich nüchterner: „Ich weiß, dass wir auf 18 m2 Gemüsebeet nicht die Welt verändern.“ Aber er weiß auch: Heute war ein guter Tag, weil ein paar junge Menschen für einen Moment vergessen konnten, was alles hinter und was noch vor ihnen liegt.

    „FÜR eine Kultur der Anerkennung und GEGEN Rassismus“

    Die Konstanzer Erklärung

    Weitere Informationen

    Stadt Konstanz

    Flüchtlingsbeauftragter

    Moustapha Diop

    Untere Laube 24

    78462 Konstanz

    Telefon: 07531 / 900-540

    Email: moustapha.diop@konstanz.de

    Öffnungszeiten

    Montag: 08:30 - 12:00
    14:00 - 16:00
    Dienstag:  08:30 - 12:00

    14:00 - 16:00
    Mittwoch:  08:30 - 12:00

    14:00 - 17:00
    Donnerstag:  08:30 - 12:00
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    Freitag: 08:30 - 12:00

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